07.01.2021

Eisbahnkälte mit Abwärmenutzung: Energieeffizenzvergleich

Bei Eisbahnanlagen ist die Ammoniaktechnik mit Direktverdampfung für Kälteerzeugung und Abwärmenutzung etabliert und bewährt. Grösster Nachteil dabei ist der grosse erforderliche Kältemittelinhalt, welcher im Bewilligungsverfahren ein Projektrisiko werden kann. 

Deshalb wurden in der Vergangenheit oft indirekte Systeme mit reduziertem Kältemittelinhalt gewählt. Diese Systeme haben jedoch Nachteile bezüglich Effizienz und Funktion. Schon länger in Kanada und Skandinavien eingesetzt sind Kohlendioxidanlagen (CO2) mit Direktverdampfung. Auch in der Schweiz haben wir zwei CO2-Eisbahnen realisiert. Diese Anlagen bieten die Vorteile der Direktverdampfung, haben jedoch nicht das Gefahrenpotential von Ammoniakanlagen. CO2 ist lokal auch gefährlich, in der nahen Umgebung jedoch unbedenklich. Ganzheitlich betrachtet (Kälteerzeugung und Abwärmenutzung) sind CO2-Konzepte bezüglich Energieeffizient beinahe so gut wie die Referenz mit Ammoniak und besser als indirekte Systeme. Voraussetzung ist jedoch, dass die Abwärmenutzung exakt auf den transkritischen CO2-Prozess ausgerichtet ist. Dies ist nicht in jedem Falle möglich. Deshalb muss in jedem Projekt sorgfältig evaluiert werden, welches Konzept mit welchem Kältemittel am besten passt.

Zur Grafik Energieeffizienzvergleich

Ein Beitrag von Matthias Brügger, Kälteplaner und Gechäfstleitungsmitglied bei der Leplan AG