04.06.2018

IAKS Management-Tagung in Telfs

Vom 15. bis 17. Mai 2018 fand im Sportzentrum Telfs die 17. Auflage der IAKS Managementtagung Kunsteisbahnen statt. Rund 125 Teilnehmer der europäischen Kunsteisbahnszene trafen sich zum ersten Mal in der Veranstaltungshistorie in Österreich. Unterstützt wurde die Tagung durch die ÖISS Plattform Eishallenbetreiber, die ihr jährliches Treffen in Telfs abhielt.

Erster Veranstaltungstag
Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Gastgeber Christian Santer, dem Leiter der Sport- und Veranstaltungszentren Telfs. Das moderne Sportzentrum bietet alles, was ein Sportlerherz begehrt: eine teilbare Dreifachturnhalle mit Boulderwand, drei Hallen-Tennisplätze, drei Squashcourts, eine Kegelbahn, einen Fußball-Rasenplatz und eine Bahnengolf-Anlage. Hinzu kommen die Ice Sport Arena, eine privat betriebene Eishalle mit Ganzjahresbetrieb, sowie die vom Alpenverein Tirol betriebene „Bergstation“, eine Kletter- und Boulderhalle. Für Veranstaltungen steht ganzjährig das Kuppelzelt zur Verfügung, von Oktober bis März findet hier auch öffentliches Eislaufen in einer der wohl schönsten Eissportstätten Tirols statt.

Im Anschluss stellte Dietmar Gruber, Geschäftsführer der Arena Halls Sport- und Hallenbau, das Betreibermodell der Ice Sport Arena vor und beeindruckte insbesondere durch die hier weit entwickelten digitalen Steuerungsmöglichkeiten sämtlicher Gebäudefunktionen, mit denen sich Energieverbräuche und Betriebskosten optimal steuern lassen.

Eingerahmt von den Präsentationen der ausstellenden Fachunternehmen referierte Marc Riemann, Leiter Bäderbetriebsmanagement der KölnBäder, zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages über die „KölnBäderApp“.

In einer die Tagung begleitenden Ausstellung präsentierten insgesamt zwölf Unternehmen Produktinnovationen der Branche.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer in Innsbruck zum gemütlichen Get-together im „Theresienbräu”, der größten Hausbrauerei Tirols.

Zweiter Veranstaltungstag
Der zweite Veranstaltungstag begann mit der Mitgliederversammlung des Vereins der Eismeister. Vereinsgründer Dieter Matz aus Berlin gab nach über dreißig Jahren unermüdlichen Engagements den Vorsitz an Peter Lautenschlager aus Regensburg weiter.

Hansjürg Thüler von der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung stellte neueste Erkenntnisse zur Verminderung von Verletzungsrisiken durch belastungsreduzierende Bandensysteme vor. Auf dieser Grundlage hat der schweizerische Eishockeyverband als einer der ersten Verbände weltweit bestimmte Bandenprodukte offiziell als belastungsreduzierend klassifiziert.

„Gesetzliche Vorgaben für den Betrieb von Kühltürmen an Eissportanlagen“ war das Thema von Matthias Just, Geschäftsführer der GfKK – Gesellschaft für Kältetechnik-Klimatechnik.

Seine Erfahrungen aus der Donau-Arena über Videoüberwachung in Sportarenen teilte Peter Lautenschlager, Betriebsleiter der Donau-Arena in Regensburg. Dieter Matz, Ehrenvorsitzender des VDEM, berichtete über den Stand der Verhandlungen mit der GEMA hinsichtlich einer neuen Gebührenstruktur für die Nutzung von Musik in Eissporthallen in Deutschland.

Nach der Mittagspause diskutierte Dieter Matz gemeinsam mit Rudolf Funk aus Österreich und Moderator Klaus Meinel von der IAKS über die Entstehung und Weiterentwicklung der Qualifizierungsangebote für Fachkräfte in Eissportanlagen in Deutschland und Österreich.

Im Frühjahr hatte die IAKS mit Unterstützung zahlreicher Eishallenbetreiber betriebliche Daten für einen „Betriebsvergleich Kunsteisbahnen“ erhoben. Die Ergebnisse dieser Umfrage präsentierte Uwe Deyle vom Planungsbüro Deyle.

Danach erläuterte Benjamin Bührer vom Ingenieurbüro Leplan AG das Minergie-Label für Kunsteisbahnen und referierte eindrücklich über die Entwicklung der Eispistenkühlungen mit direktverdampfendem Ammoniak in der Schweiz.

Am Nachmittag stellte Dietmar Gruber seine Gedanken zur Zukunft von Eissporthallen vor. Rainer Maedge, Präsident des Kölner Eishockeycoubs „Die Haie“ und Präsident des Eishockeyverbandes NRW unterstrich aus Sicht von Vereinen und Verbänden die Notwendigkeit zum Bau neuer Eishallen. Seiner Ansicht nach müssen Eissportvereine mehr eigeninitiativ werden, um gemeinsam mit Kommunen und anderen Partnern lokale Lösungen für die Modernisierung oder den Neubau von Eissporthallen zu entwickeln.

Schliesslich präsentierte DI Gottfried Lamers vom Österreichischen Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus öffentliche Förderprogramme für den Klimaschutz in Eissporthallen.

Am Abend war eine Besichtigung des Olympia Sport- und Veranstaltungszentrums Innsbruck organisiert. Unter der Dachmarke Olympiaworld Innsbruck werden die Olympiahalle, die Tiroler Wasserkraft Arena, das Tivoli Stadion Tirol, das Landessportzentrum Tirol, die Skatehalle sowie der Olympia Eiskanal einheitlich betrieben und vermarktet.

Dritter Veranstaltungstag
Am dritten und letzten Veranstaltungstag konnten die Teilnehmer sich in insgesamt drei Workshops über ihre betrieblichen Probleme, Herausforderungen und Erfahrungen austauschen. Der Workshop „Verkehrssicherungspflicht und Haftung bei verschiedenen Nutzungsszenarien“ wurde moderiert von Peter Lautenschlager. Das Thema „Gefährdungsbeurteilung als Managementaufgabe“ wurde von Georg Wieland, GfKK, geleitet, und Uwe Deyle moderierte den Workshop „Maßnahmen zur Leistungssteigerung bei Kälteanlagen“.

(Benjamin Bührer)