14.11.2019

Kältevergleichszahl KVZ für energetische Beurteilungen

Die Grossverteiler haben für die energetische Beurteilung der Supermarktkälteanlagen einen Benchmark eingeführt, die Kältevergleichszahl KVZ. Die Kennzahl wird gebildet, indem der Elektroenergieverbrauch der Kälteanlage pro Jahr spezifisch pro Laufmeter Kühlmöbel ausgewiesen wird.

Dies ergibt eine Zahl mit der Einheit kWh/Lfm*a

kWh: Elektrische Energie
Lfm: Laufmeter Kühlmöbel gewichtet
a: Jahr

Die KVZ konnte in den letzten 15 Jahren um ca. 50% reduziert werden. Dies war möglich durch einen Systemwechsel (früher indirekte Systeme mit synthetischen Kältemitteln und Glykol, heute direktverdampfende transkritische CO2-Anlagen), Glastüren an den Kühlmöbeln, technologische Fortschritte und Anstrengungen im Bereich Betriebsoptimierung.

Die Kältevergleichszahl wird auch verwendet, um den Minergie Standard von Lebensmittelläden zu definieren.

Minergie: 1'800kWh/Lfm*a (<80Lfm), 2'000kWh (>80Lfm)
Minergie-P/-A: 1'600kWh/Lfm*a (<80Lfm), 1'800kWh (>80Lfm)

Die KVZ wird durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Anlagenkonzept
  • Abwärmenutzungsfaktor
  • Situation Rückkühlung
  • Räumliche Anordnung
  • Kühlmöbelkonstruktion
  • Anteil Tiefkühlung
  • Anteil Kühltheken
  • Ladenöffnungszeiten
  • Warenumsatz, Kundenverhalten
  • Umgebungsbedingungen auf der Verkaufsfläche
    (Licht, Wärme, Feuchtigkeit, Luftströmungen)
  • Beschickung der Kühlmöbel
  • Kühlkette des Kühlgutes
  • Service- und Unterhalt der Anlage und Möbel

Bei Planung und Betrieb der gewerblichen Kälteanlagen können einige Faktoren beeinflusst werden, andere nicht.
Damit die Gesamtlösung wirtschaftlich bleibt, ist eine ausgewogene Gewichtung der Thematik bei allen Faktoren anzustreben.
Beim optimieren der KVZ ist darauf zu achten, dass Funktion und Temperatureinhaltung nicht beeinträchtigt werden.

(Matthias Brügger)