16.04.2020

Katze müsste man sein

Ich liebe Katzen seit meiner Kindheit! Es sind eigenwillige und gefrässige Geschöpfe, die zugleich anschmiegsam und treu sind, wie man es unter Menschen kaum findet! Sie nehmen sich was sie brauchen, kommen und gehen wie es ihnen gefällt und dass macht sie so liebenswert!

Unsere zwei pelzigen Herren würden hier wohl anderes sagen! Täglich werde ich mit strafenden Blicken konfrontiert, die sich vorwurfsvoll an mich richten. Der Service hier im Hause scheint nicht zu genügen, obschon die zwei Narrenfreiheit geniessen in unseren vier Wänden.

Filou und Gonzo gehören seit sechs Jahren zu unserer Familie. Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein. Filou, der graue, scheue etwas sensible Kater mit royaler Ausstrahlung. Gonzo, der beige-rote, etwas fülligere Herr mit dem Hang, sich gerne einen Lenz zu machen! Filou liebt Trockenfutter über alles, während Gonzo sich nur fürs Nassfutter begeistern kann, was bei der täglichen Fütterung des Geschwisterpaares zu Unstimmigkeiten führt.

Morgens pünktlich um 5.30 Uhr wird Gonzo ungeduldig und macht sich miauend vor unserem Schlafzimmer bemerkbar. Beim öffnen der Tür stürmen die Beiden herein und beginnen ihr morgendliches Ritual abzuspulen:  Filou macht sich am Vorhang zu schaffen während Gonzo auf unser Bett springt und sich da niederlässt. Nach ungefähr einer Minute liegt auch Filou auf unserer Decke und die beiden beginnen sich gegenseitig zu putzen, was nach ziemlich kurzer Zeit in einem Gerangel endet….und das fast täglich! Danach geht’s in die Küche zum Frühstück.

Wenn die Näpfe zu gleichen Teilen gefüllt sind, stürzt sich Gonzo auf seine Ration, die im Nu verschlungen ist. Danach setzt er sich neben seinen Bruder und lässt ihn nicht aus den Augen bis dieser seinen Fressplatz verlässt. Ihr könnt euch vorstellen das Gonzos Speckröllchen nicht unbeachtlich sind - bei der täglichen Zusatzration die sein Bruder übrig lässt!

Nach dem Essen verzieht sich Filou nach draussen an die frische Luft und Gonzo frönt seiner zweiten Leidenschaft neben dem Essen, nämlich dem Nichtstun und Schlafen. Am liebsten im Kleiderschrank von unserem Sohn oder an anderen sonderbaren Plätzen!

Pünktlich um 18.00 Uhr erscheint er wieder in der Küche um sein wohlverdientes Nachtessen einzufordern….was soll man da noch sagen? Katze müsste man sein!

(Gabriella Brügger)