09.07.2020

Lavendel bis das Auge reicht

Ein Motorradtripp durch die Lavendelblüte Frankreichs.

Meine Ferienwoche habe ich im Süden von Frankreich – vor allem im Département Drôme – genossen. Glücklicherweise stand der in dieser Region so typische Lavendel in voller Blüte. Grund genug, um ein paar Informationen zu recherchieren:

Weltweit gibt es über 30 verschiedene Lavendelarten. Davon begegnet man im Süden Frankreichs vorwiegend dreien. Auf höchster Qualitätsstufe wächst dabei der Feinlavendel – oder auch Echter Lavendel genannt – in eher höheren Lagen zwischen 900 und 1800 Metern und wird aufgrund seiner feineren Duftstoffe hauptsächlich für Parfüms oder andere hochwertige kosmetische Produkte gewonnen. Zudem sind seine Blüten genießbar und sein vom Öl abgeschiedenes Wasser kann nach einer Destillation weiter Verwendung finden. Das leicht hölzerne Lavandin strahlt hingegen farblich viel intensiver in dem typisch bekannten Blau-Lila. Im Anbau ist Lavandin am wenigsten anspruchsvoll. Hanglagen sind ebenso möglich wie Felder zwischen Meeresspiegel und 1200 Metern. Seine Blüten sind im Ergebnis bis zu zehnfach ertragreicher als die des Echten Lavendels. Entsprechend günstiger ist er zu haben. Auch aus Lavandin werden ätherische Öle gewonnen, die Aromen beispielsweise für Wasch- und Putzmittel eingesetzt. Aufgrund seiner Ergiebigkeit dominieren seine Anbauflächen oftmals das Landschaftsbild. Der sogenannte Speik-Lavendel kommt vor allem im trocken-heißen Luberon vor, wird auch als Gewürz-Lavendel bezeichnet und aufgrund seines extrem hohen Kampferanteils als medizinische Pflanze eingesetzt. Er wächst ausschließlich zwischen Meerespiegel und 700 Metern.

Für die Lavendelroute eignet sich je nach Anbaugebiet der Reisezeitraum zwischen Juni und August. Bestenfalls ist man in den ersten beiden Juliwochen unterwegs, um die volle Blütenpracht genießen oder gar an der »Fête de la Lavande«, einem Lavendelfestival in Ferrassières, jährlich am ersten Sonntag im Juli, teilnehmen zu können.

Quelle: Tourenfahrer 

(Roland Moser)